programm

Das Programm zur Aktionswoche vom 19.-25.6. wird stetig aktualisiert und erweitert. Viele Veranstaltungen werden voraussichtlich in oder um unser Zelt im Nordstadtpark (Kassel) stattfinden. Schau einfach bald wieder vorbei!
The program for the week of action from 19.-25.6. will be continously updated and extended. Many events will take place at our tent in the Nordstadtpark (Kassel). Check back soon!

 

Programmübersicht | program short version

Komplettes Programm | full program here

Programm auf weiteren Sprachen | program in other languages | Türkçe tigrinya русский فارسی العربية| Programm Türkisch, Programm_KMII_Tigrinya, Programm Russisch Programm Farsi  and Programm Arabisch

16.6. freitag | friday

20:00 | Fridericianum podiumsdiskussionEs bleibt dabei: Kein Mensch ist illegal! Reflexionen zu 20 Jahren antirassistischer Bewegung und Kampagnenarbeit“ | podium discussion „still: no one is illegal! reflections on 20 years antiracist movement and campaignin“ | im public program der documenta14

19.6. montag | monday

18:00 | Friedrichsplatz  eröffnung der aktionswoche | opening of the week of action
20:00 | Studio Lev  theater – ein grüner junge | theatre – a green boy
20:00 | Kollektivcafé Kurbad filmvorführung deportation class | movie – deportaion class

20.6. dienstag | tuesday | weltflüchtlingstag | world refugee day

15:00 | Nordstadtpark  manifest schreibwerkstatt | writing workshop
16:30 | Erzberger Str.  rassismuskritischer stadtrundgang | anti-racist guided tour
17:00 | Hauptbahnhof  stadtrundgang „flucht und asyl“ | city walk „flight and asylum“
19:00 | Nordstadtpark jeder mensch verdient die rettung aus seenot | everyone deserves to be rescued from distress at sea
20:00 | Studio Lev  theater – ein grüner junge | theatre – a green boy

21.6. mittwoch | wednesday

10:30 | Erzberger Str.  rassismuskritischer stadtrundgang | anti-racist guided tour
15:00 | Nordstadtpark  bastelaktion | diy-action
19:00 | Kollektivcafé Kurbad postkoloniales Kassel – website-launch und projektvorstellung | launch of website and presentation of project postcolonial Kassel

19:00 | Nordstadtpark gemeinsames Abendessen | having dinner together
20:00 | Nordstadtpark  theater eldorado – europa | theatre eldorado – europa

22.6. donnerstag | thursday

16:00 | Nordstadtpark   offene bühne | open stage
16:30 | Erzberger Str.  rassismuskritischer stadtrundgang | anti-racist guided tour
19:00 | Nordstadtpark  von der seenotrettung zur solidarischen stadt | from sea rescue to the solidarity city
22:00 | Nordstadtpark  kurzfilm-projektion in der stadt | short film projections in urban space

23.6. freitag | friday

13:00 | Nordstadtpark | workshop solidarische stadt | workshop solidarity city
19:00 | Nordstadtpark | umkämpfte räume – 20 jahre für das recht auf bewegungsfreiheit! | contested spaces – 20 years for freedom of movement!
22:00 | Uni Kassel Kopfbauten (hinter K19) | kurzfilm-projektion in der stadt | short film projections in urban space

24.6. samstag | saturday

16:00 | ab Rathaus | Demonstration „Es bleibt dabei: kein mensch ist illegal!“ | demonstration „still: no one is illegal!“
19:00 | Königsplatz  interaktion in der grenzgängerzone | interaction for borderwalks
19:00 | Nordstadtpark abschlussparty | final party

25.6. sonntag | sunday

11:00 | ab Friedrichsplatz  straßenperformance ‚bewegungsfreiheit‘ | street performance ‚freedom of movement

jeden tag | every day (19.6. – 25.6.)

14:00 | Nordstadtpark  tägliches plenum | organisational meeting

Detailiertes Programm | detailed program

16.6. freitag | friday

20:00 | Fridericianum  podiumsdiskussion „Es bleibt dabei: Kein Mensch ist illegal! Reflexionen zu 20 Jahren antirassistischer Bewegung und Kampagnenarbeit“ | podium discussion „still: no one is illegal! reflections on 20 years antiracist movement and campaignin“ | im public program der documenta14

mit | with Dagi Knellessen / Rex Osa / Ralf Homann / Martin Rapp

Vor 20 Jahren wurde die Kampagne „kein mensch ist illegal“ im Hybrid Workspace der documenta X als dezentrales Netzwerk von antirassischtischen, migrantischen und flüchtlingssolidarischen Gruppen gegründet und steht seitdem für den Kampf gegen die Vorstellung und Politik, die Menschen zu „Illegalen“ erklärt und ihnen das Recht abspricht überhaupt Rechte zu besitzen. Entstanden ist eine Kampagne, die sich gerade aufgrund ihres bewusst offenen Charakters weltweit verbreitete und seitdem für den Kampf gegen die Illegalisierung von Geflüchteten und für globale Bewegungsfreiheit steht: „Kein Mensch ist illegal“. In einer Aktionswoche vom 19.-25. Juni 2017 soll an die Themen der „Kein Mensch ist illegal“ Kampagne angeknüpft werden, die insbesondere nach der kurzzeitigen Öffnung der Grenzen im Sommer 2015 und den darauffolgenden Asylrechtsverschärfungen in neuem Licht erscheinen. Eine Politik der massiven Entrechtung sieht sich auch heute wieder von einem gesamtgesellschaftlichen Rassismus legitimiert. Mitdieser Veranstaltung wollen wir uns diesen Entwicklungen annähern und damit die kommende Aktionswoche einleiten.

In der Auseinandersetzung mit dem 1997 verfassten Manifest hören wir die Stimmen von damals und spannen den Bogen in die Gegenwart zu aktuellen Auseinandersetzungen um Rassismus, Bleiberecht und gleiche Rechte für alle. Das Manifest greift verschiedene Aspekte auf, mit denen Menschen, die in die sogenannte „Illegalität“ gedrängt wurden, kämpfen müssen. Es liest sich erschreckend aktuell. Und dennoch: das Manifest ist 20 Jahre alt und die Situation ist nicht die Gleiche wie damals. Nach kurzen Einleitungen von Aktivist*innen, die 1997 bei der Gründung des Netzwerks dabei waren, Refugee Aktivist*innen und Vertreter*innen von „Kein Mensch ist illegal“ Kassel werden wir in einen offenen Austausch gehen und die gegenwärtige Situation im Lichte von 20 Jahre „Kein Mensch ist illegal“ reflektieren. An diesem Abend soll es keineswegs nur um den Input vermeintlicher Expert*innen auf dem Podium gehen, sondern um die Erfahrungen und Positionen aller, die anwesend sein werden.

Dagi Knellessen
seit den frühen 1990er Jahren in antirassistischen und geschichtspolitischen Gruppen in Berlin und bundesweiten Vernetzungen. 1996 Mitbegründerin des Büro für medizinische Flüchtlingshilfe, Berlin. 1997 in Kassel zum Auftakt der bundesweiten Initiative kein mensch ist illegal. In den letzten Jahren beteiligt an Diskussionen und Aktionen zur Unterstützung der Forderungen von Geflüchteten in Berlin, Oranienplatz- Camp, Ohlauerschule.

Rex Osa
Rex Osa ist ein Flüchtlingsaktivist von Karawane und Gründer des Netzwerks Refugees for Refugees in Stuttgart. Politisch verfolgt in Nigeria flüchtete Rex Osa 2005 nach Deutschland und sah sich Repression, Isolation und institutionellem Rassismus ausgesetzt. Anstatt die Missstände der deutschen Flüchtlingspolitik zu akzeptieren, kämpft er nun seit über 10 Jahren in verschiedenen Initiativen für die Rechte von Geflüchteten und setzt sich insbesondere für Flüchtlings-Empowerment und selbst(Determination) / Organisation ein. Rex Osa vertrat die Position der Flüchtlinge auf verschiedenen internationalen Plattformen zum Thema Migration, lenkt die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Lebensrealität von Geflüchteten und legt in seiner Arbeit einen großen Schwerpunkt auf Fluchtursachen.

Martin Rapp
Martin Rapp, Journalist, Arbeitsschwerpunkte Arbeit, Migration und Geschichte, Bildungsreferent bei Arbeit und Leben, war Mitarbeiter beim Bielefelder Stattblatt, Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche, Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland, (DOMID), verschiedene Ausstellungen, darunter „Projekt Migration“ (Kölnischer Kunstverein 2005/06), von Anfang an bei „Kein Mensch ist illegal“ und bis heute in antirassistischen Initiativen, unter anderem im bundesweiten Bündnis „Tribunal – NSU-Komplex auflösen“.

Ralf Homann
Bildhauer. 1997 Co-Initiator von kein mensch ist illegal im Hybrid Workspace der documentaX und ehem. Mitglied der Münchner Gruppe [cross the border]. Homann befasste sich mit der medienaktivistischen Praxis der „Kunst der Kampagne“ (u.a. deportation.class, Bundesverband Schleppen und Schleusen und NoBorderCampRadio). Auch zur Zeit gilt sein Interesse antirassistischen Wissensnarrativen im öffentlichen Raum. Aktuelle Ausstellung: „Heimat?“, Deutscher Künstlerbund, Berlin.

20 years ago the camapign “no one is illegal” was founded as a decentralised network of anti-racist, migrant and refugee-support groups at documenta X’s hybrid working space. Since then, it represents the struggle against the idea and the politics which turn people into “illegals”, denying them even the right to have rights. 
A campaign was created which, due to its deliberately open character, quickly spread around the world and since then stands for the struggle against the illegalisation of refugees and for global freedom of movement: “No one is illegal”.
During the week of action from 19.- 25. June 2017 the topics of the “no one is illegal” campaign will be taken up, which especially after the temporary opening of the border in the summer of 2015 and the subsequent tightening of asylum laws, appear in a new context. Politics of a massive deprivation of rights today are again legitimised by societally wide-spread racism. At this event we want to approach those developments and therewith commence the upcoming week of action.

In a dialogue with the manifesto from 1997 we will hear voices from back then and build a bridge into the present and current conflicts around racism, the right to stay and equal rights for everyone. The manifesto addresses different aspects with which people have to deal who are pushed into socalled “illegality”. It reads alarmingly up-to-date. But nevertheless: the manifesto is 20 years old and the situation is not the same as in 1997. After short introductions by activists which have been present at the founding of the network, refugee activists and members of “no one is illegal” Kassel we will proceed to an open exchange and together reflect the current situation in light of 20 years of “no one is illegal”. This evening is in no way only about the input of alleged experts on the panel, but about the experiences and positions of all who will be there.

Dagi Knellessen
is involved in anti-racist and historical-political groups in Berlin and nation-wide networks since the 1990s. 1996, she co-founded the office for medical support for refugees in Berlin. 1997 she is part of the group founding the initiative No one is illegal. During the last years she contributed to discussions and actions to support the demands of refugees in Berlin, Oranienplatz-Camp, Ohlauerschule. 

Rex Osa
Rex Osa is a refugee activist of Karawane and founder of the network Refugees for Refugees in Stuttgart.Politically persecuted in Nigeria, Rex Osa fled to Germany in 2005 and there faced repression, isolation and institutional racism. Instead of accepting the defiencancies of German refugee policies, he fights for the rights of refugees since 10 years in different initiatives and particularly advocates refugee-empowerment and self-determination/organisation.Rex Osa represented the position of refugees in the context of different international platforms on migration and channels attention again and again towards the reality of life of refugees. In his work he focuses on the causes of flight.

Ralf Homann,
sculptor. 1997 Co-initiator of „no one is illegal“ in the hybrid workspace of documenta X and former member of the Munich-based group [cross the border]. Homann dealt with the media-activist praxis of the „art of campaigning“ (amongst others: deportation.class, federal association Schleppen und Schleusen (trade association for smuggling people) and NoBorderCampRadio). Also at present his interest relates to anti-racists narratives of knowledge in public space. Current exhibition: „Heimat?“, Association of German Artists, Berlin.

Martin Rapp
Martin Rapp, journalist, focus on work, migration and history, educational advisor at Arbeit und Leben, former employee at the Bielefelder Stattblatt, part of the Federal Working Group on asylum in churches, documentation centre and museum of migration in Germany (DOMID), different exhibitions, among them “Project Migration” (Cologne Art Association 2005/06), from the very beginning part of “no one is illegal” and until today active in anti-racist initiatives, amongst others in the nationwide group “Tribunal – Dissolve the NSU Complex 

19.6. montag | monday

 18:00 | Friedrichsplatz  eröffnung der aktionswoche | opening of the week of action

Eröffnung der Aktionswoche „20 Jahre kein mensch ist illegal“. Mitmachen erwünscht (Infos dazu vor Ort)! Einfach vorbeikommen aber auch gern gesehen!
Opening of the week of action „20 years no one is illegal“. Participation would be great (necessary information will be given on-site), simply coming by is equally welcomed!

 20:00 | Studio Lev  theater – ein grüner junge | theatre – a green boy

Studio Lev: Grüner Weg 40, 34117 Kassel

Was erlebt ein grüner Junge, der losgeht, um sein Rätsel zu lösen?Er trägt das Wichtigste eingenäht an seiner Brust und sucht es in jedem Winkel der Welt. Er geht gegen den Wind, durch knietiefen Sand und über unsicheren Boden. Er fragt jede Frage. Er fällt und trifft seinen Schatten, wird selbst der Stein auf seinem Weg. Er erinnert sich an seine Liebe, wird verflucht. Wie weiter?
Die internationale Klasse der Freien Waldorfschule Kassel spielt ein selbst entwickeltes Theaterstück, das davon erzählt, was es heißt, sich auf den Weg zu machen.
What experiences does a green boy who is on his way to solve his riddle make?
He wears the most important sewn into his jacket and yet is looking for it in every corner of the world. He is walking against the wind through knee-deep sand and over uncertain ground. He asks every question. He falls and meets his shadow, becomes the rock on his own path. He remembers his love and is being cursed. How to carry on?
The international class of the Freie Waldorfschule Kassel performs a self-developed play which tells the story of what it means to set off.

20:00 | Kollektivcafé Kurbad  filmvorführung – deportation class | movie – deportation class

Kollektivcafé Kurbad: Sternstraße 20, 34123 Kassel

Deportation class zeichnet erstmals ein umfassendes Bild von Abschiebungen in Deutschland: Von der detaillierten Planung einer Sammelabschiebung über den nächtlichen Großeinsatz in den Unterkünften der Asylbewerber*innen bis zu ihrer Ankunft im Heimatland und der Frage, was sie dort erwartet. Nach Monaten der Vorbereitung hatten die Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler, die zu diesem Thema bereits den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Wadim“ (2011) realisierten, die Möglichkeit, in Mecklenburg-Vorpommern eine Sammelabschiebung zu filmen. Dabei wurden 200 Asylsuchende nach Albanien ausgeflogen: Hochaktuelle, bewegende, teils schockierende Bilder, die in Deutschland so noch nicht zu sehen waren.

Deportation class shows the whole picture pf deportations in Germany for the first time: from the detailled planning of a mass deportation and the major police operation in refugee accomodations to the arrival in their countries of origin and the question what deportees can expect once they are back. After months of  preparation the two directors Carsten Rau and Hauke Wendler had the chance to film a mass deportation in Mecklenburg-Vorpommern (northern Germany). 200 asylumseekeres from Albania were flown back to their country of origin. This movie shows pictures that are moving, in parts shocking and up-to-date like they have not been seen in Germany until now.

20.6. dienstag | tuesday

 15:00 | Nordstadtpark  manifest schreibwerkstatt | writing workshop

1997 wurde auf der documenta in Kassel ein Manifest über die Situation von “Illegalisierten” veröffentlicht. Das ist jetzt 20 Jahre her und doch liest es sich als wäre es heute geschrieben – oder doch nicht? Wir möchten das Manifest in dieser Veranstaltung in die Gegenwart holen und vor allem Menschen mit Fluchterfahrung dabei zu Wort kommen lassen. Das Geschriebene soll anschließend ausgestellt warden und eine Vielstimmigkeit erzeugen.
The manifesto about the situation of illegalised people was released in 1997. This was 20 years ago and reads strikingly up-to-date- or maybe not? During this event we intend to update the manifesto to better reflect the present day situation. We encourage especially refugees to share their opinions and experiences. The writings will then be exhibited and shall augment the manifesto by a diversity of voices.

 16:30 | Erzberger Str.  rassismuskritischer stadtrundgang | anti-racist guided tour

Start: Erzberger Straße Bushaltestelle | Erzberger Straße bus stop | Map

Rund um den Kulturbahnhof Kassel besuchen wir mit den Teilnehmer*innen Orte der Stadt, an denen wir unterschiedliche Dimensionen von Rassismus thematisieren. Dabei geht es neben einer allgemeinen Annäherung insbesondere darum, sich mit Betroffenenperspektiven auseinanderzusetzen, unterschiedliche Dimensionen von Rassismus kennenzulernen und gemeinsam Handlungsstrategien zu entwickeln. Der Rundgang wird von einer Gruppe organisiert, die mittelfristig ein spazierendes Bildungsangebot für Schüler*innen konzipieren möchte. Wir freuen uns, mit Euch gemeinsam die Idee eines rassismuskritischen Stadtrungangs zu besprechen und auszuprobieren.
Der Rundgang findet in deutscher Sprache statt. Bitte spätestens zwei Tage vorher anmelden unter rundgangster[AT]diekopiloten.de. Max. 25 Teilnehmer*innen pro Rundgang.
We will visit sites around the Kulturbahnhof (Cultural Train Station / Main train station Kassel) that pertain various dimensions of racism. The aim hereby is not only to approach the topic in general but also to get to know the perspectives of affected people, learn about the various dimensions of racism and collectively develop strategies for counteraction. The tour is organised by a group who seeks to develop an educational programme for students in the long run. We are looking forward to testing and discussing the concept of an anti-racist guided tour with you.
The tour will be held in German. Please register at least two days before the tour will start: rundgangster[AT]diekopiloten.de . Tehre is a limit of 25 participants per tour.

 17:00 | Hauptbahnhof  stadtrundgang „flucht und asyl“ | city walk „flight and asylum“

Start: Hauptbahnhof Kassel, Gleis 9 | Main Station Kassel, track 9
Rundgangssprache: deutsch | Language of walk: German

Gemeinsam sind wir auf den Spuren, die das Thema Flucht und Asyl in der Stadt hinterlässt. Was hebt Flucht von Migration ab? Wer bekommt Asyl und warum? Was heißt Abschiebung für Betroffene? Wir erkunden auch, welche Bedeutung Sprache für das Miteinander hat. Das Thema Fluchtursachen beleuchtet außerdem Verstrickungen zwischen Globalem Süden und Globalem Norden. Zum Abschluss überlegen wir, was wir gemeinsam tun können, um Geflüchtete zu unterstützen.
Together we trace flight and asylum issues in the city. In how far does flight stand out from migration? Who gets asylum and why? What does deportation mean for those affected? We go on a city walk to also explore the meaning of language for living together. Moreover, we’ll have a look at causes of flight and how the Global South and the Global North is connected. Finally, we reflect on possibilities to support refugees.

19:00 | Nordstadtpark   jeder mensch verdient die rettung aus seenot | everyone deserves to be rescued from distress at sea

„Wenn Menschen ertrinken, dann muss man ihnen helfen; wenn sie in Seenot geraten, schickt man ein Schiff.“ Seit 2016 betreibt Jugend Rettet e.V. eines der wenigen Rettungsschiffe im zentralen Mittelmeer, an der gefährlichsten Grenze der Welt: der EU-Außengrenze. Damit treten die jungen Engagierten für ein Europa ein, das nicht wegschaut, sondern durch Tatkraft Veränderungen bringt. Der Verein stellt sich und sein Engagement vor. Referent*in: Thomas Schmidt – Jugend Rettet Botschafter für Bremen
„When people are downing, they are in need of help; when they are in distress at sea, you need to send a ship.“ Beginning in 2016, the association „Jugend Rettet“ runs one of the few rescue ships in the central Mediterranean, at the most dangerous border of the world: the EU external border. The young activists stand up for a Europe which does not turn a blind eye on what happens there. They advocate a Europe which actively brings about change. The association presents itself and its work. Speaker: Thomas Schmidt – Jugend Rettet Botschafter für Bremen; whispering translation to English possible

 20:00 | Studio Lev  theater – ein grüner junge | theatre – a green boy

Studio Lev: Grüner Weg 40, 34117 Kassel

Detailierte Beschreibung siehe Montag | Details for this event: please refer to Monday

21.6. mittwoch | wednesday

 10:30 | Erzberger Str.  rassismuskritischer stadtrundgang | anti-racist guided tour

Start: Erzberger Straße Bushaltestelle | Erzberger Straße bus stop | Map

Detailierte Beschreibung siehe Dienstag | Details for this event: please refer to Tuesday

 15:00 | Nordstadtpark  bastelaktion | diy-action

Siebdruck und Schilderwerkstatt
silk print and sign making workshop

20:00 | Kollektivcafé Kurbad  postkoloniales Kassel – website-launch und projektvorstellung | launch of website and presentation of project postcolonial Kassel

Kollektivcafé Kurbad: Sternstraße 20, 34123 Kassel

Im deutschen Kolonialismus war Kassel ein bedeutender Knotenpunkt, um koloniale Expansion voranzutreiben und Herrschaftsverhältnisse abzusichern. An vielen Orten finden sich bis heute Spuren davon: Die Orangerie war Schauplatz einer Kolonialaustellung, in der Witzenhäuser Kolonialschule wurde Personal für die afrikanischen Kolonien ausgebildet und entlang der Unteren Königstraße haben zahlreiche Kolonialwarenläden Produkte vermarktet. Uns – dem Projekt ‚kassel postkolonial‘ – ist es wichtig, Verbindungen zwischen Kassels Rolle im historischen Kolonialismus und unserem Alltag heute zu ziehen und das Nachwirken/Weiterwirken kolonialer Traditionen, Sichtweisen und Herrschaftsverhältnisse sichtbar machen. Heute abend stellen wir unsere Website und unser Projekt vor und laden herzlich zum Launch ein.
During the german colonialism Kassel was an important place to further colonial expansion and secure hegemony. Traces of this are still visible in a lot of places: e.g. Orangerie hosted a colonial exhebition and along Untere Königsstraße several colonial shops sold products from colonies. The project „postcolonial Kassel“ tries to show continuities between the role of Kassel during historical colonialism and our everyday life today by underlining continuing colonial traditions, perspectives and distirbution of power. On this event we want to invite you to join for the presentation of our project and launching of our website.

 20:00 | Nordstadtpark  theater eldorado – europa | theatre eldorado – europa

Nach langem Hoffen und Bangen hat Sami sein Ziel erreicht: Europa. Dort trifft er jedoch auf eine völlig andere Realität als erwartet. Nach der Flucht aus einer erstarrten Gesellschaft Nordafrikas ist sein Alltag wieder von endlosem Warten und Perspektivlosigkeit geprägt, von Kriminalisierung und Rassismus.
In seinem Stück „Eldorado – Europa“ beschreibt Riadh Ben Ammar auf fesselnde Weise, wie sich die europäische Migrationspolitik auf das Leben junger Nordafrikaner in ihren Herkunftsländern und Europa auswirkt. Er ist Künstler tunesischer Herkunft und politischer Aktivist bei Afrique-Europe-Interact.
After a long time marked by hope and fear Sami finally reached his destination: Europe. However, he encounters a completely different reality there than expected. Following his escape from the rigid society of Northern Africa he finds his day-to-day life shaped by endless waiting, a lack of perspectives, criminalisation and racism.
In his play “Eldorado-Europe“ Riadh Ben Ammar depicts vividly how the European migration policy affects young North-Africans in their home countries as well as in Europe. He is an artist of Tunisian origin and activist at Afrique-Europe-Interact.

 

22.6. donnerstag | thursday

 16:00 | Nordstadtpark   offene bühne | open stage

Die offene Bühne bietet dir die Gelegenheit einem Publikum deine Geschichte, deine Gedanken zu erzählen. Nutze eine Darbietungsform deiner Wahl – dabei ist es gleich ob du erzählst, singst, tanzt oder zeigst – und trete auf.
Wenn du dich auf der Bühne nicht wohl fühlst, aber dennoch etwas beitragen möchtest, deine Geschichte, Erfahrungen, Themen teilen möchtest, hast du vorab die Gelegenheit es bei uns abzugeben. Möchtest du etwas vortragen lassen, kannst du gerne auch zu unserer Schreibwerkstatt kommen – vermerke, dass dein Beitrag Teil der Open Stage werden soll. Falls nötig und möglich, werden wir diesen dann übersetzen und präsentieren. Wir freuen uns auf deine Performance.
Für Anmeldungen und Rückfragen kontaktiere: m.dierauf[AT]posteo.de
The Open Stage is meant to provide you the opportunity to tell your story, your thoughts. Use a form of performance, in which you feel comfortable – tell us something, sing, dance or show pictures/videos – and come on the stage.
If you don´t feel comfortable to perform, but you still want to contribute your story, your experiences, issues to share, you will have the opportunity to share it with us before hand e.g. during the writing workshop – We look forward to your performance.
If you have any questions or want to register, please contact: m.dierauf[AT]posteo.de

 16:30 | Erzberger Str.  rassismuskritischer stadtrundgang | anti-racist guided tour

Start: Erzberger Straße Bushaltestelle | Erzberger Straße bus stop | Map

Detailierte Beschreibung siehe Dienstag | Details for this event: please refer to Tuesday

 19:00 | Nordstadtpark   von der seenotrettung zur solidarischen stadt | from sea rescue to the solidarity city

Vorträge zu „20 Jahre kein mensch ist illegal“ und der Situation heute: Veranstaltung mit Inputs zur aktuellen Situation im zentralen Mittelmeer (Sea Watch), zum Kampf gegen die Dublin-Abschiebungen (Lampedusa in Hanau) sowie zum Ansatz der Solidarischen Stadt (kein mensch ist illegal Hanau)
Inputs on “20 years no one is illegal” and the situation today: The current situation at the Mediterranean (with speakers from Sea Watch invited), in the fight against Dublin-deportations (Lampedusa in Hanau) as well as the “solidarity city”-approach  we be discussed.

Nach dem Durchbruch im langen Sommer der Migration 2015, dem anhaltenden Rollback seit 2016, kommt 2017 die Frage auf: Was kommt nun und was ist zu tun? Folgen dem EU-Türkei-Deal nun wirklich die Auffanglager in Libyen oder Tunesien? Und das vorverlagerte Grenzregime erscheint immer perfekter?
Oder kollabiert der erstere, während sich im kommenden Sommer mehr Menschen denn je über See nach Italien durchschlagen? Die Routen – auch auf dem Balkan – bleiben jedenfalls umkämpft, die Flucht- und Migrationsbewegungen aus den globalen Kriegs- und Armutsregionen finden immer wieder neue Wege in Richtung der nördlichen Reichtumszonen.
Hier angekommen, sind Viele mit einer verschärften Abschiebepolitik konfrontiert. Schnellverfahren und Rückschiebungen entsprechend der Dublin-Verordnung nach Italien sind wieder angelaufen und auch für Griechenland erneut in Planung. Charterabschiebungen nach Afghanistan
sollen Angst verbreiten und abschrecken – um jeden Preis.
Doch über 430.000 Menschen haben sich 2016 ihr Bleiberecht in Deutschland erkämpft, weitaus mehr als je zuvor in den letzten 30 Jahren. Und weitere Hunderttausende quer durch Europa werden sich dem rassistischen Grenzregime nachhaltig widersetzen und ihr Recht auf Bewegungsfreiheit und eine sichere Existenz durchzusetzen versuchen.
Was können wir tun, um diesen Widerstand zu unterstützen? Was hat sich im Vergleich zur Situation der 90er Jahre verändert? In welchen Projekten und Initiativen – von den Außengrenzen bis zu den Innenstädten – –hat sich der Ansatz von kein mensch ist illegal weiter entwickelt? Wie können wir in und mit dem Kampf um Bewegungsfreiheit eine gesamtgesellschaftliche Alternative entwickeln?

 

 22:00 | Nordstadtpark  kurzfilm-projektion in der stadt | short film projections in urban space

An verschiedenen Orten in der Stadt werden wir den Manifest-Videoclip sowie weitere Kurzfilme zeigen, die sich mit den Themen Flucht, Migration und Rassismus auseinandersetzen. Wir bewegen uns gemeinsam durch die Stadt, projezieren an Häuserwände und laden somit sowohl zum kurzzeitigen Verweilen, gerne aber auch länger bleiben und miteinander sprechen ein.
At different stops across town we will show our Manifesto-video as well as other short movies that deal with the topics of flight, migration and racism. We will move around town, project onto house walls and invite you to join us for a short or long while to discuss the content.

23.6. freitag | friday

 13:00 | Nordstadtpark   workshop solidarische stadt | workshop solidarity city

Von: Openborder Osnabrück

Gemeinsam wollen wir überlegen wie eine solidarische Stadt aussehen kann, was für uns eine solidarische Stadt ausmacht und wie dies in Deutschland uns speziell in Kassel umgesetzt werden könnte.
Together we want to think on how a solidarity city should look like, what defines solidarity in urban space and how we could implement this in Germany and specifically in Kassel.

 19:00 | Nordstadtpark  umkämpfte räume – 20 jahre für das recht auf bewegungsfreiheit! | contested spaces – 20 years for freedom of movement!

Eine offene Diskussionsrunde mit Blicken zurück und nach vorn, mit Aktivist*innen aus Hamburg, Berlin, Hanau…, die 1997 kein mensch ist illegal mitbegründet haben.
An open discussion looking back to the future: with activists from Hamburg, Berlin, hanau … , who participated in establishing the campaign ‚no one is illegal‘ 1997.

 22:00 | Uni Kassel Kopfbauten (hinter K19)   kurzfilm-projektion in der stadt | short film projections in urban space

Detailierte Beschreibung siehe Donnerstag | Details for this event: please refer to Thursday

24.6. samstag | saturday

 16:00 | ab Rathaus  demonstration „es bleibt dabei: kein mensch ist illegal  | demonstration „still: no one is illegal!“

Die Demonstration startet am Rathaus Kassel, weitere Details folgen!
The demonstration will start at town hall Kassel, more infos will follow!

 19:00 | Königsplatz  interaktion in der grenzgängerzone | interaction for borderwalks

Details am 24.6. um 19h auf 105,8 MHz. Tune in!
Tune in on 24.6. at 19h for details: 105,8 MHz

 19:00 | Nordstadtpark  abschlussparty | final party

Anschließend an die Demonstration „Es bleibt dabei: kein mensch ist illegal!“ laden wir euch dazu ein, gemeinsam mit uns im Nordstadtpark zu verweilen und das Ende des Ramadan mit Essen und Getränken zu feiern.
After the demonstration „still: no one is illegal!” we invite you to stay together with us in the Nordstadtpark and celebrate the end of Ramadan with food and drinks.

25.6. sonntag | sunday

 11:00 | ab Friedrichsplatz  straßenperformance ‚bewegungsfreiheit‘ | street performance ‚freedom of movement‘

Von: Gremium „Politische Arbeit“ der Zugvögel (interkultureller Süd-Nord-Austausch e.V.)

Die Performance soll die Zuschauer*innen dazu anregen, sich mit der Willkür von Grenzen und deren Auswirkungen zu beschäftigen.
The performance wants to evoke awareness for the arbitrariness of borders and the effects caused by this. 

jeden tag | every day (19.6. – 25.6.)

 14:00 | Nordstadtpark  tägliches plenum | organisational meeting

Raum für Organisation, Rückmeldungen, Diskussionen | Jeden Tag findet um 14 Uhr unser Plenum statt, bei dem wir die kommenden Tage planen und auch eure Fragen beantworten.
Every day at 14:00 there will be our organisational meeting. We use it to organoize the folloeing days, to discuss and to answer your questions.